27.04.2017

Hochbegabt? Hochsensibel?

Für mich
ist Hochsensibilität eine Fähigkeit, 
eine Intelligenz, 
ganz im Sinn einer hohen Begabung, 
einer Hochbegabung.

Vor zehn Jahren schon
schrieb ich,
es gibt ein denkendes Denken
und ein fühlendes Denken.
Es ist mehr so flüssig.

Jona Jakob - 2017

05.04.2017

"Vergessen Sie nicht!: - Wenn Sie darüber nachdenken müssen, dann muss der andere auch darüber nachdenken."

Diese Äusserung schnappte ich im Alltag auf. Ein Mitarbeiter wies seinen Vorgesetzten ausdrücklich und gut hörbar darauf hin. Es ging dabei um eine bauliche Problemlösung.

"Vergessen Sie nicht!: - Wenn Sie darüber nachdenken müssen, dann muss der andere auch darüber nachdenken."

Der Satz sass. Jedenfalls für mich. Denn in dem Satz ist eine für Hochbegabte tiefere Wahrheit versteckt, die, "so ausgesprochen vermittelt", einer lebensweisen Erfahrung gleich kommt. So, als wüsste man das als guten Ratschlag, Maxime und verbriefter Wert an "sozialer Kompetenz" - es war eine Ausdruck einer anerzogenen Konditionierung, sich "so" zu verhalten.

Der Chef solle also anhand der Selbstbeobachtung, zu lange oder zu kompliziert über einer Lösung zu grübeln im Auge behalten, dass sich dieses Verhalten in der Lösung wiederspiegle und damit der Kunde / Zuhörer / Empfänger der Botschaft selber anfange, die Sache kompliziert zu verstehen bzw. zu interpretieren. Das möge man bitte niemandem, wenn man sorgenfrei leben möchte, zumuten.

DAS ist die Aussage des Ratschlages: Man möge bitte - wenn man sorgenfrei und erfolgreich miteinander Geschäfte machen oder leben möchte - niemandem kompliziert erdachte Lösungen zumuten. 



Link zum Blog 'Normalo-Welt', wo das Thema ähnlich nochmals dargestellt wird:
http://normalowelt.blogspot.de/2012/08/losungsorientiert-vs.html


Das nenne ich Normalo-Kompetenz. Wissen, wie die ticken. Wissen, was die brauchen. Beachten, was die mögen. Oder verhindern, das Gegenteil zu erzeugen, nämlich zu nerven, in dem man sie in den meisten Fällen verunsichert, was dann ganz unterschiedlich als ablehnende Reaktion zu Tage tritt.

Es empfiehlt sich daher für Hochbegabte, dieser Weisheit Beachtung zu schenken. Denken Sie zuvor für sich, klamüsiern Sie es für sich selber aus. Aber wenn Sie es in Formen der Zusammenarbeit, Vorschläge, Lösungen, Anweisungen, Ideen und einfach zusammen leben einbringen, dann liefern Sie bitte eine Lösung, die Normalos NICHT dazu zwingt, anfangen zu müssen zu denken.

Normalos sind in der Regel weniger Lösungs-orientiert.
Vielmehr sind sie Problemlosigkeits-orientiert. 


Das klingt beim ersten Lesen unerträglich negativ und bewertend, aber ich schreibe das komplett bewertungsfrei und meine das ganz und gar nicht negativ oder irgendwie dümmlich - im Grunde genommen hat die Denken-befreite Strategie des Weiterkommens etwas Geniales, da diese den kleinsten gemeinsamen Nenner verlangt. Für begabte Menschen mag das langweilig und auch langsam oder unbedacht erscheinen. Für die Menschheit aber lässt sich dieser kleinste gemeinsame Nenner als little next step eines problemlösenden Miteinanders das naheste Miteinander und damit die beste Lösung darstellen - unterbewusst gefühlt und stark so empfunden, da man dabei komfortabel nix spürt - jedenfalls keinen Denk-Stress.

KISS - Keep it simple & stupid.

Und achtet euch mal: die weltweit erfolgreichsten Marktkonzepte basieren auf dieser Rezeptur. Verwechselt also nicht das Einfache mit dem Simplen.




02.03.2017

"Das Glas sei nur halbvoll ... nur die obere Hälfte!" - Schlausein als verführendes Elixier

Ich vergesse nie, wie ich 2008 in Andrea Brackmanns Taschenbuch 'Ganz normal hochbegabt' die Stelle las, wo sie beschreibt, dass man Hochbegabten nichts vormachen kann. Sie würden zu gerne dazu neigen, den Therapeuten zu entlarven, ihn sozusagen zu knacken, und dagegen helfe nur höchste Authentizität, ein x-wie gelagertes Vormachen ist nicht.

Es ist ja auch keine Schwäche, wenn man einem Hochbegabten nicht mehr zu folgen vermag. So darf das nicht verdreht werden. Vielmehr ist es
  • a) ein Gap, also eine Differenz zwischen IST und SOLL (Wiki: Gap-Analyse) und 
  • Wichtig: Wenn diese Differenz störend ist, ist sie ein Problem

Hinweis zu diesem Beitrag:
  • Was dieser Beitrag zu beschreiben versucht, bleibt ein Versuch
  • Der Autor meint nicht, für die Situation eine Lösung haben zu müssen
  • Der Autor gibt zu, rumzusuchen, zu versuchen, eine Klärung zu schaffen
  • Der Autor hofft, irgendwie eine Orientierung zu finden, einen Weg, eine Betrachtungsmöglichkeit
  • Der Beitrag betrifft meiner Erfahrung nach ca. 2% aller Hochbegabten, also sehr, sehr wenige Personen

In den nun neun Jahren Arbeit mit dem Thema Hochbegabung sind mir ab und zu Menschen begegnet, welche mir gleich vermittelt haben, sie würden mir nicht trauen oder jenem, was das bisherige Wissen zum Thema Hochbegabung hergebe. Ich solle das nicht persönlich nehmen, sie hätten auch nie Lehrern, Ärzten, den Gesetzen, Verträgen, der Medizin noch Therapeuten vertraut. Sie hätten stets alles endlos hinterfragt und sich dann selber eine 'Wahrheit' gebildet. Leider sei es aber unterdessen so,dass sie niemand mehr verstünde, niemand mehr ihnen folge oder weiter Beachtung schenke und sie selber auch nicht mehr wüssten, wie oder wo sie sich im Leben oder Beruf noch weiter entwickeln oder sonst wie orientieren könnten - zumal andere ja (im Aussen) viel erfolgreicher scheinen würden oder es konkret seien, was Rang, Titel, Status und Geld oder Geschäftserfolg anginge.

Diese oder ähnliche Beschreibungen kommen mir vor, als würde jemand über sein "nur" halbvolles Glas klagen - aber die bestätigte Hälfte an Völle sei die obere Hälfte des Glases. Von der unteren Hälfte wird nicht gesprochen, als gäbe es die nicht, als sei dort kein Weg. Aber genau betrachtet gibt es auch 'nach oben' keinen wirklichen Weg, da der Rand des Glases fix ist, es müsste bildlich überlaufen und wäre ohne weiteren Halt, was der beschriebenen Form mE nahe kommt. Kein Halt mehr. Keine Ortung mehr. Keine Koordinaten, keine Rückkopplung, ob als Tiefenmesser, Lot oder Funkfeuer einer Landmarke.

Während ich hier schreibe fällt mir eine Geschichte ein, die uns vor 40 Jahren ein Lehrer vorlas. Der Schweizer Autor, Peter Bichsel, schrieb eine Kindergeschichte von einem Mann, (Zitat)

So etwa wenn Peter Bichsel über einen alten Mann schreibt, der nach und nach alle Wörter durch "Jodok" ersetzte, oder über einen anderen, der sich überlegt, daß es keinen vernünftigen Grund gibt, warum der "Tisch" "Tisch" heißt, und folglich beschließt, ihn von nun ab "Teppich" zu nennen. Das führt er fort, bis schließlich die Beschreibung eines typischen Morgens so klingt "Am Mann blieb der alte Fuß lange im Bett läuten, um neun stellte das Fotoalbum, der Fuß fror auf und blätterte sich auf den Schrank"

Die Protagonisten scheitern an eigens schlauen Ideen. Das 'Schlaue' als das verführende Elixier. Wenn ich als Coach in den Jahren zum Thema Hochbegabung einen schlauen Satz hervorbrachte, dann überzeugt mich selber noch heute:

Viel wichtiger als die Kenntnis und Ergründung der Erscheinungen und Ausprägungen der eigenen Hochbegabung sind alle Kenntnisse und Ergründungen der Erscheinungen und Ausprägungen der mir fremden Normalos. 

Jona Jakob, 2012

Besprechungstisch für Lösungen.

Es gibt von Barbara Henninger folgenden Cartoon:

Oder

Calvin: "People think it must be fun to be a super genius,
but they don't realize how hard it is to put up with all the idiots in the world."

Hobbes: "Isn't your pants zipper supposed to be in the front?"


An dieser Stelle dürfen meine Worte und Ansichten keinen Streit der Rechthaberei vom Zaun brechen oder bewertend wem Unrecht tun. An dieser Stelle ist nur zu erkennen, dass man "so gesehen" nun eine höchst persönliche Wahl, einen selbstverantwortenden Entscheid treffen kann, ob man über das Glas hinaus lebt, die Vermutung nicht ausser Acht lassend, zu vereinsamen, unerreichbar, ja sogar verschroben und irgendwie zu werden. Das Risiko ist da. In etwas ähnlicher Gesellschaft wäre man wohl auch noch, wenn man als Genie oder Künstler anerkannt würde. Aber was, wenn nicht?

Man kann an dieser Stelle aber auch einen Gedanken und vielleicht einen Entscheid wagen, anstatt nach oben, nach unten zu explorieren. In die untere Glashälfte. Das würde nicht meinen, man müsste die obere Hälfte dabei nun gleich ignorieren oder verlassen. Dem ist wirklich nicht so - gerne kann weiter ganz weit vorne oder draussen gedanklich fortgeschritten werden - NUR behalte ich gleichzeitig im Blick, mit dem Rest der Welt in Verbindung zu bleiben.

Der "Rest der Welt" zeigt sich soziodemographisch oder auch als menschliche Bedürfnisse als PYRAMIDE - die grössten Massenanteile sind 'unten', ebenso die grössten Märkte, für jene unter den Begabten, die viel Geld verdienen möchten. Eine Bankenwerbung in den 80ern lautete: "Je höher der Anspruch, desto kleiner die Auswahl." - Selbe Bank plakatierte etwas später: "Wahre Grösse kennt keine Kleinen."

Ich entschied mich etwa 2012, dem Normalo entgegenzugehen, was schon alleine eine Form der Überheblichkeit darstellt - die lässt sich nicht gleich abwischen. Die - sagen wir nun - "andere, die zweite Hälfte" des Glases ist nicht weniger komplex, stark, gewachsen, entwickelt und strategisch bewaffnet. Ich habe heute grossen Respekt vor dem Umfeld um mich, welches mir dennoch oft fremd bleibt. Es wurde mir zur Sozialkompetenz, all das annehmen zu können ('wollen' ist eine andere Frage, aber 'können' ermöglich mir, mich dafür oder dagegen zu entscheiden, und ich lebe beides: mal Ja!, mal Nö!)

Ganz oft scheint einem, dass sich die Reaktionsmuster von Normalos gegen einem richten. Aber tun das wissenschaftlich ungelöste Aufgaben oder Rätsel nicht auch? Sind es nicht auch Herausforderungen? Versuche? Scheitern? Erneutes Versuchen? Zähne ausbeissen? Erfolg dann?

Anstelle meist subjektiver Theorien des Unnachvollziehbaren, diesem 'Odeur von Exklusivität', empfehle ich, Kenntnisse und echte Kompetenzen (Wissen wie Erfahrung und erfolgreicher Umgang) mit all dem, welches im Kosmos der unteren Glashälfte "normalerweise" sein Dasein erfolgreich bestreitet, ansonsten die Menschheit nicht mehr bestünde. Ich empfehle die Ergründung dessen, was man erst als Dumpf abtut. Ich empfehle die Analyse dessen, was zu schnell als Seichtes, Oberflächliches, Unreflektiertes oder sonst wie Abgelehntes verdrängt wird, um erst einmal die eigens verschraubte (Sloterdijk) Bedürftigkeit zu füttern.

Mir geht es weder um Demut noch Beschränkung - im Gegenteil: Was es wirklich braucht, ist die (soziale) Kompetenz des Miteinanders. Vertrauen, Achtsamkeit, Geltenlassen, Gründe kennen, warum Dinge mehrheitlich (Pyramidenfuss) "so" und nicht "so" gemacht werden. Das entspannt dann die Verhältnisse. In diesen Feb-März-Tagen ist es eine feine Aufgabe, Karneval oder Faschin zu begreifen. Was tun diese Menschen da? Wie können die am Strassenrand verkleidet feiern? Warum lachen die in etwas Alkoholrausch? Was verbindet sie, in Gruppen umherzuziehen? Nächstes Thema: Fussball; nächstes Thema: Vereine; nächstes Thema: Formel 1 oder Boxen oder RTL II, Dschungel-Camp, Frauentausch, Traumfrau gesucht, Bauer sucht, Ich verklage dich und Polizeistreife Duisburg.

Was ist das Geniale an einer BILD-Zeitung? Was ist das Geniale an Windows? Was ist das Geniale an Wasser? Was ist das Geniale an Fussball? Was ist das  Geniale an Sparkassen? an Behörden? an Sozialsystemen? am normalen Alltag?

Dieser Beitrag wird keine Lösung aufzeigen. Allenfalls kann die Frage aufkommen, ob ich als Hochbegabter Mensch vielleicht eine Selbstverantwortung habe, welche Anteile enthalten könnte, mich sozial tragfähig zu gestalten, ob ich lieber lesen und lernen, denken und entwickeln würde - ich aber vierteljährlich meine Steuern zu belegen habe, das Bad zu putzen, Abfall zu trennen und ab und andere Dinge GLEICHZUTUN, als Form von Beitrag für ein Miteinander.

Man kann also tatsächlich auf gefrorenem Eis ins kalte Wasser einbrechen. Vom Ufer her legt sich wer flach aufs Eis, an den Füssen noch von wem anderem Gesichert, einen Stock hinhaltend, an dem man sich erst einmal festhalten und vielleicht herausziehen könnte - man kann in einem solchen Moment auch dem Stock oder dem Rettungsversuch an sich misstrauen, weil man für solche Gedanken genug Fantasie hat: "Vielleicht will der mich nur retten, um mir danach eine satte Rechnung zu stellen? Und wie will er mich über das abgebrochene Eis rausziehen? Und woher sollte der Kraft haben? Ich kenn den ja gar nicht!" Das kann man alles gerne fortfahren. Für mich selber habe ich 2012 entschieden, mich darum zu bemühen, zu vertrauen. Vertrauen ins Fremde, ins Unbedachte, ins Unkontrollierbare und ins Andersartige. A) um nicht verrückt zu werden, B) um nicht einsam zu werden und C) um seither eine Lebenserfahrung weiter zu machen, die so aufreibend ist, wie alles Unerforschte.

Wie Sie das für sich halten wollen, selbst wenn Sie in der Lage sind, Fachleute auszuhebeln, bleibt Ihnen nicht nur überlassen - es bleibt Ihnen so oder so. Es gibt keine halbvollen Gläser. Es gibt, genau betrachtet, auch keine Exlusivität, auch nicht für Genies. Als Mensch bleiben Sie Mensch.

Wie gesagt, mir sind nur ganz wenige Menschen mit dieser Problematik begegnet. Sie haben sich zum jeweiligen Zeitpunkt für sich selber entschieden, im Sinne des Beitrages: Richtung nach oben. Persönlich bin ich in all den Jahren oft ganz glücklich gewesen, nicht so sehr hochbegabt zu sein, mein Durchschnittswert von fünf Tests liegt bei 127 IQ-Punkten. Meine 'Kompetenz' und besonders meine Haltung mag sich daher eher so beschreiben:

  • Ich befasse mich heute mehr mit den Normalos, als mit der HB-Thematik
  • Allenfalls gibt es ein Coaching-Ziel mit der Beschreibung "downsizing"
  • Mir gelingt relativ weitgehend die Brücke im Miteinander - Schlüsselkompetenz für Erfolg
  • Ein Credo von mir in schier allen Coaching-Anliegen:
    "Was brauche ich, um nicht mehr mein Thema zu sein?" - das gilt für HBE und HSP*
*Hochbegabte Erwachsene / Hochsensible Personen
... und wie ganz oben einleitend geschrieben: Es handelt sich bei dieser Ungelöstheit nicht um generell alle Hochbegabten, das wäre komplett falsch. Es handelt sich mE nach um ca. 2% aller Hochbegabten, also um ganz wenige Menschen, die konkret an dieser Stelle nach Lösungen suchen. 


Mit besten Grüssen

Jona Jakob
Bern Zürich Frankfurt Aschaffenburg



Ich möchte an dieser Stelle allen danken, die dem Blog und seiner Thematik 80'000 Klicks bescherten. Das berührt mich immer wieder. Lieben Dank für Ihren Beitrag und das darin liegende Miteinander. - Jona Jakob

14.02.2017

04.02.2017

In Zürich: Sommer Meetup 2017 .. begabt-sensibel

Hallo zusammen

Ich kann bereits den Termin vom Sommer Meetup 2017 angeben. Das wird das zweite Treffen.

Ihr könnt euch über die Plattform 'Meetup' informieren und provisorisch anmelden.

https://www.meetup.com/de-DE/Hochbegabte-Hochsensible-Erwachsene/events/237427837/?
eventId=237427837




Herzlich willkommen

Jona Jakob

12.01.2017

@ Hochbegabte Businessperformer: Ganz vorne alleine segeln!


Herzlich willkommen

Ich lade Hochbegabte Businessperformerinnen und Businessperfomer ein, für folgende Situation mehr Sicherheit und Handlungskompetenz sich zu erarbeiten:

Ich bin alleine - ich muss daher meine Koordinaten und meine inneren Kämpfe anhand eigenster Orientierungsmittel und -methoden kennen um zielsicher zu shippern bzw. mein Projekt erfolgreich zu gestalten. 

Der handlungsorientierte Workshop zu diesem doppelten Themenfeld dient zur

  • zur Erkenntnisorientieren, wie ich meine Situation 'sehe und empfinde' und
  • zur Kompetenzentwicklung bezüglich Selbstkompetenz, wie ich mich mental und zielorientiert selber führe, so dass ich beim Umfeld ankommen kann

Der Anlass ist bei XING als Event öffentlich ausgeschrieben - dort erfahren Sie alle Details und können sich auch anmelden:

Wenn Sie die Gelegenheit nutzen möchten, aber es "passt etwas gar nicht", dann nehmen Sie bitte mit mir direkt Kontakt auf, um das Anliegen zu besprechen.

Ich freue mich auf Ihre Meldung.

Herzlich
Jona Jakob

16.11.2016

Hochbegabung. Sich anpassen und dabei nicht wirklich erfasst / gesehen zu werden, kostet Kraft bis zur Erschöpfung

Guten Morgen

Ich habe meine eigene Begabung in diesen Tagen von einer neuen, unangenehmen Seite beobachten können.

Ich arbeitete wegen einer Ausbildung nun über ein Jahr in einer Gruppe, die mit mir sieben Personen umfasste. Das Jahr verlief erfolgreich, die Ausbildung war super, die Gruppe war bestimmt ein Glücksfall und ich konnte mich  gut halten: keine Absenzen, kein Kranksein, keine Eskalationen und eigentlich keine Ablehnung, insofern ich mich anpasste.

Am Prüfungstag selber, der drei Teile umfasste, war ich zwar sonst schon müde, aber dann brachte mich die Situation an meine Grenzen bzw. wuchs dann in den Tagen darauf im negativen Sinn darüber hinaus.

Prüfungen mögen anstrengende sein, weil
  • man schon eine Weile in einer Ausbildung steckt, so 1-2 Jahre Zusatzaufwand
  • weil man zum Schluss hin sich besonders anstrengt
  • weil man auf die Prüfung hin sehr aktiv ist und lernt
  • weil man als Hochbegabter lernen muss, nur zu beantworten, was gefragt ist (Normalo'Style)
  • weil man so gerne querdenken und gedanklich auswachsen möchte, aber nicht soll
  • weil was die Kollegen beschäftigt, einem klein und nichtig vorkommt
  • weil man schon lange den Mund hält
  • weil die Prüfung Aufzählanteile enthält und man lieber Zusammenhänge erklären würde
Der Prüfungstag geht rum: erst die schriftliche Prüfung - bestanden, abhaken. Pause.

Dann die praktische Prüfung - ich möchte noch mehr in meine Höchstform gelangen, da sind die 20 min auch schon vorbei, ich fahre meinen Präsenzenergie-'Apparat' wieder runter. Auch bestanden ...

Dann eine Präsentation. Jemandem aus der Kollegengruppe ist es zu anstrengend. Abbruch, aber bestanden. Wo mein Wesen gerade zum Flug ansetzt, ... Startabbruch. Ok, reicht ja für die anderen. Die sind noch froh, dass ich aufhöre.

Danach Dankes- und Grussworte, Geschenkübergabe. In mir bricht die Anspannung ab. Dann noch ein Glas Alkoholfreies wegen der Rückfahrt.

Die meisten Lösuungsbereiche liegen für HBs unterhalb dessen, was sie glücklich machen würde.

An der Stelle bin ich bereits entkoppelt und empfindungstaub. Was ich fühlen sollte - Freude zum Beispiel -, ist weg von mir, wie so etwas, das ins Wasser gefallen ist, und nun so weit vom Ufer treibt, dass ich es nicht mehr erreichen vermag. Mein Inneres drifte ab und weg. Wie ich nach Hause gefahren bin, weiss ich zwar, aber es war höchst fremd und anstrengend, da ich mich nicht mehr fühlte. Ich musste alles mit einer Art Notstrom-Hirnleistung beleuchten, jede Autobahnspur. Mein sonst so hochmotorisches und hochsensitives Radarwesen lief auf noch zwei letzen kleinen "Bälkchen im Edge-Modus" - keine 4G mehr.

Bitter daran: Obwohl ich dieses Jahr mit der Normalo-Gruppe gut absolvierte und doch recht erfolgreich, auch im gegenseitigen Umgang, absolvierte, konnte ich mich nach Abschluss nicht mit der Gruppe, nicht mit meiner Partnerin, nicht mit Mitarbeitern im Geschäft und schon gar nicht mit mir selber freuen. Ich versiffte am Sonntag und montags räumte ich das Zeug so schnell weg als möglich, weil es mich innerlich wegen dem, was mir daraus entstanden ist, ob ich das wollte oder nicht, anwiderte. Als ich das Abschlusszertifikat in einen Bilderrahmen legte und den Rahmen wo aufhing, spürte ich: das ist für die Anderen, die Normalowelt will einen Zettel sehen. Für mich selber ist das nicht, da für mich nicht wirklich gewürdigt noch geschöpft. Ich musste mich beschränken und irgendwie ungebührend klein halten, um super-konform zu entsprechen. Ich habe beste Feedbacks erhalten, Dankeschöns und lobende Worte.

Wenn die aber in mir nicht mich beschreiben, sondern jenes Loben, was ich beschränkt ablieferte, wie mundtot gemacht oder beschnitten. dann haben diese Belobigungen für mich mit mir nichts zu tun. Innerlich lehne ich diese 'Formalqualität' ab. Für mich ist es eine Heuchelei geworden - für die anderen ist alles in Ordnung. Aber in mir schreit der Fisch im Wasser ...

Das alles habe ich vor Beginn der Ausbildung gewusst oder zumindest bewusst geahnt. Ich habe meine Selbstverantwortung mobilisiert und mit mir selber vorher vereinbart, das auszu'HALTEN. Das habe ich getan. Es wurde wie ich es ahnte und oben beschrieb:
  • es wurde intellektuell und fachlich beschnitten, damit es für alle geht
  • es wurde durch die Gruppe genormt, so dass ich eher nicht mehr reinpasste oder mich krümmte
  • es wurden Anteile meiner Möglichkeiten nicht wirklich wahrgenommen oder gewürdigt
bis dahin war ich damit d'accord, hatte ich das bereits vorgesehen ....
  • dass mich aber diese Haltung es auszuhalten bis zur Erschöpfung belasten würde, ist mir als Aspekt neu. Das hatte ich nicht bedacht. Sich für die Harmonie in einer Gruppe klein zu machen, sich über Mass anzupassen, ist anstrengend, Kräfte raubend, die Selbstverleumdung distanziert einem von der eigenen Seele - es fördert etwas Schizophrenes. 
Heute ist Mittwoch. Es sind seit dem Prüfungsabschluss gut vier Tage vergangen. Noch immer bin ich erschöpft. Dass ich hier zu schreiben vermag, mag ein positives Zeichen sein - ein Bedürfniss ist es allemal.

Mit halbwegs aufrechten Grüssen

Jona Jakob

11.11.2016

Inspektor Columbo wusste schon 1992 von Hochbegabung & Mensa und widmete dem Thema eine subtile Folge

Hallo zusammen

Fernsehen - Ich gucke die Inspektor Columbo Folge: Die Todessymphonie.

Columbo hat tatsächlich 1992 das Thema Hochbegabung in diese Folge eingepackt, die spannend und unterhaltsam das Thema packt und HB-dramatisch auflöst - neben den technischen Finessen. Aber die Bedürftigkeit, Anerkennung zu kriegen, lässt den Höchstbegabten, den Mörder, über seinen eigenen Enthusiasmus stolpern.

Eine wunderbare Fan-Seite beschreibt die Folge detailliert - hier ein Auszug:

Beschreibung:
Oliver Brandt ist Mitglied einer SIG-Gruppe, die aus Mensa-Mitgliedern besteht, die sich dadurch auszeichnen, dass sie einen besonders hohen Intelligenz-Quotienten (IQ) aufweisen. Während die übrigen Mitglieder gerade eine Versammlung abhalten, bereitet Oliver in der 1. Etage des Clubhauses unbemerkt einen äußerst raffinierten Mord vor. Dann geht er nach unten zur Versammlung und gibt vor, gerade erst das Haus betreten zu haben. Mit seinem langjährigen Freund und Geschäftspartner Bertie Hastings – den er zu dessen Leidwesen immer wieder vor den anderen neckt – geht er dann in das Obergeschoss. Dort wirft Bertie Oliver vor, dieser habe die Geschäftskonten frisiert. Nun will Bertie mit seiner Erkenntnis an die Öffentlichkeit gehen, woraufhin Oliver seinen Freund erschießt. Dann geht Oliver wieder hinunter zu den anderen. Plötzlich hören alle von oben Schüsse und offenbar einen Körper fallen. Als die Mitglieder nach oben eilen – unter ihnen auch Oliver – schlägt beim Öffnen der Tür die zweite Tür am anderen Ende des Zimmers zu, so dass alle glauben, der Mörder sei durch den Hinterausgang geflohen – alles läuft so ab, wie von Oliver zuvor geschickt geplant. Sehr zu seiner Überraschung stellt jedoch Columbo merkwürdige Fragen und findet ein paar ungewöhnliche Kleinigkeiten. So wundert sich der Inspektor, warum der Mörder so lange gewartet hat, bis er nach seiner Tat geflohen ist – da doch alle einige Zeit brauchten, um in den 1. Stock zu eilen. Auch die Aussagen der einzelnen Mitglieder zu den Schritten des Täters auf der Hintertreppe sind höchst unterschiedlich: Einige haben gar nichts gehört, andere schwere, wieder andere leichte, schnelle Schritte. Als Oliver am Abend nach Hause kommt, berichtet er seiner Frau von den Ereignissen. Am nächsten Tag will Columbo Oliver aufsuchen, trifft aber in der Firma nur auf dessen Sekretär, der berichtet, dass sein Chef mittags meistens im Park spazieren geht. Dort trifft Columbo ihn auch an, als dieser gerade noch rechtzeitig die Mordwaffe verschwinden lässt. Im Clubhaus prüft Columbo, ob der Mörder den Einbrecher nur vorgetäuscht haben könnte – und bekommt von den verschiedenen Mensa-Mitgliedern zahlreiche Theorien geliefert, die jedoch alle an unterschiedlichen Kleinigkeiten scheitern. In der Zwischenzeit findet Columbo heraus, dass es in der Buchführung von Olivers Firma Ungenauigkeiten gibt und kennt nun das Motiv für den Mord, weiß aber nicht, wie Oliver vergegangen ist. Deshalb erzählt der Inspektor Oliver, dass er glaubt, Bertie hätte die Gelder veruntreut. Für den Abend bestellt er Oliver in den Club. Als Oliver gerade auf der Treppe ist, hört er wie am Mordabend die Musikplatte und die Schüsse. Columbo erklärt Oliver, welche Theorien er bereits entwickelt hat und trifft damit den Sachverhalt genau. Jedoch gibt es an einer Stelle eine Ungenauigkeit. Da Olivers Tat damit aussieht wie die "eines Stümpers", korrigiert Oliver diesen Fehler – und verrät sich damit selbst.

Link zur Columbo-Fanseite:
http://www.icolumbo.de/index.php?seite=columbo-episoden/detail/index&id=40&anzeigen=sonstiges

Link zu Youtube-Video der Folge (Deutsch)
https://www.youtube.com/watch?v=b4p3ao0Oy50


... vor 25 Jahren war das Thema in Fachbüchern kaum zu finden. Erstaunlich, finde ich.

Viel Spass beim Lesen bzw. Ansehen des Videos ... die Todessymphonie ...

Beste Grüsse

Jona Jakob

12.10.2016

@ Hochbegabte: Besser kommunizieren im Umfeld des Normativen

Frankfurt am Main / 26.11.2016 / Tagesseminar: Selbst- und Sozialkompetenz
https://www.xing.com/events/hochbegabte-erfolgreicher-kommunizieren-normativen-1737671


Erfolgreicher kommunizieren im Umfeld des Normativen 

Lernen Sie als Mensch mit Prägungen durch Hochbegabung, wie ihre Freunde, Kollegen, Kameraden und Nachbarn denken und handeln. Schaffen Sie die Bereitschaft, Brücken zu bauen, damit gegenseitiges Verständnis entstehen kann, wo bisher allenfalls Unverständnis bis Ablehnung das Resultat war.

Der Tag schafft

- mehr Selbstkenntnis und stärkt so Ihre Selbstkompetenz
- mehr Verständnis, Kontakt, Bezug und erfolgreichere Kommunikation - alles
  Komponenten der Sozialkompetenz
- Sie lernen sich selber zu beobachten und allenfalls einzustellen
- Sie lernen sich vorzubereiten und Gespräche zu eröffnen
- Sie lernen Gespräche zu gestalten und zu temperieren
- Zuhören und ruhen lassen
- Verständnis prüfen und Bezug verdichten

Ich freue mich auf die Begegnung und den gemeinsamen Tag.

Herzlich
Jona Jakob
www.consensus-coaching.com


Frankfurt am Main / 26.11.2016 / Tagesseminar: Selbst- und Sozialkompetenz
https://www.xing.com/events/hochbegabte-erfolgreicher-kommunizieren-normativen-1737671

15.09.2016

Die seelische Konstruktion an sich .. und dann noch Hochbegabung - Wo finde ich Halt?

Dieses Posting befasst sich mit Gedanken, ob ein Mensch in sich selber stabil sein kann oder nicht. Denn das hat nur bedingt etwas mit einer möglichen Hochbegabung zu tun. Es muss vielmehr unterschieden werden, also 'innere Stärke bzw. Halt' - und dann die Klärung der eigenen Hochbegabung und Sensibilität. 

Nicht jede Lebenssituation, in der ein Mensch sich als hochbegabt erlebt, ist 'coachbar'. Das ist nicht meine Meinung, sondern das misst sich an ethischen Grundsätzen, die einen Coach und Coaching vom Zweck von Therapien und Therapeuten unterscheidet.

Coachbar ist, wer eine intakte Selbstbestimmungskompetenz mitbringt, eine Form von Unabhängigkeit, ganz besonders von einer inneren Stabilität, die vorhanden sein muss und die jeder Mensch nur mit sich alleine ausmachen kann.

Dieser Beitrag beleuchtet die Thematik also hinsichtlich der / (meiner) Situation, für Hochbegabte Coachings anzubieten. Nicht für jeden Menschen ist dieses Angebot nutzbar - spätestens ich als Coach habe die Verantwortung, momentan nicht coachbare Menschen darauf hinzuweisen, was als Coaching ethisch korrekt angeboten werden darf und was ich abzulehnen habe. Und ja, diese Menschen haben in dem Moment noch keine neue Lösung.

Man meint, sie fährt noch. doch ihr Rumpf ist weg. 


Erkennungsmerkmal I: 
"Ich bin meine Baustelle. Schon seit eh ..." - und ich habe keinen Gedanken daran, nicht mehr mein Thema zu sein, weder für andere noch für mich selbst.
  • Das geht nicht.
  • Das wird nie von Erfolg gekrönt sein.
  • Das täuscht und belügt einem selbst
  • Kein Coach sollte hierfür die Hand reichen, sonst wäre das ethisch nicht haltbar 

Erkennungsmerkmal II: 
"Ich bringe (als Problemorientierung / allenfalls als Komfortzone) gleich meine ganze Krankengeschichte mit." Gleich werden alle Therapien, Ärzte, Medikamente, Behandlungen und Selbsterfahrungen aufgezählt. Eben: was man schon alles gemacht hat - nun soll das Coaching die letzte Rettung werden. Ist menschlich verständlich, geht aber nicht und gehört sich auch nicht. Spätestens hier sagt ein professioneller Coach STOPP.


Erkennungsmerkmal III: 
"Ich bin sooo schlau, ich kann alles hinterfragen, besonders mich selber - und auch Sie, Herr Coach, vermutlich schaffe ich es auch, sie zu zermalmen und so neu zu bestätigen, dass ich ein hoffnungsloser Fall bin." Ja, klar. Dann brauchen Sie sich nämlich mit fremder "Schuld"-Zuweisung nicht zu bemühen, aus Ihrer Unfassbarkeit / Unbrauchbarkeit / Instabilität herauszukommen. 

Aber genau das ist das eigentliche Ziel eines Hochbegabten-Coachings
  • Brauchbarkeit
  • Verwendbarkeit
  • Einsatzfähigkeit
  • Selbsterhalt
  • Berufstätigkeit
  • Einkommensfähigkeit
  • Stabilität
  • Kontinuität
  • Wachstum
  • Realisierung
 ... last but not least eine höhere Form von "Problemlosigkeit / Funktionieren". 

Mit der Drama-konzipierten Krankengeschichte erklärt jemand der Welt, dass es mit mit seiner Person "nicht geht". Das lässt sich auch nicht coachen oder weg'coachen. Es geht nicht. Bleibt ok. Ist menschlich. Kann echt so sein, was mir auf jeden Fall leid tut. Und das muss vielleicht sonst wie betreut, geholfen, gestützt und begleitet werden. Aber nicht per Coaching. Coaching bleibt Hilfe zur Selbsthilfe, wo jemand seine Selbstverantwortung in die eigenen Hände nimmt. Bildlich gesprochen: 

Ihr Schiff muss schon schwimmen, 
wenn Sie neue Segel setzen wollen. 

Was kann erkannt werden? 

Ob für Coaches oder besonders für Coachees die Betroffen sind:

Wenn der Mensch zur Welt kommt trägt er im optimalen Normalfall ein Grundvertrauen in sich. Es ist klein und fein, aber es ruht dort wie im Babyschlaf. Dieses Urvertrauen wächst normalerweise mit dem Menschen sein Leben lang mit. Und: es kann jederzeit aus der Ruhe geraten oder so schwer gestört werden, dass es zerbricht. Das Urvertrauen ist unser inneres Fundament. Ein Fundament ist ein schwerer, passiver Sockel, auf dem gebaut werden kann, z.B. ein Betonsockel. Man baut darauf Häuser, Türme, Windräder oder Maschinen. Viele Fundamente sind nicht nur Betonsockel, sondern innerlich durch Armierungseisen verwoben und elastisch eingegossen. 

Jetzt kann es sein, dass dieses Fundament bei einem Menschen in einen Zustand gerät, den ich mal 'Pudding' nenne. Das Ding ist darin nicht 'funktionstüchtig', als dass es 'weich' wurde. Es könnte auch gebrochen sein, gerissen, abgebröckelt. Aber nein, unser Fundament eines Coaching-Suchenden mit einer Hochbegabungsprägung ist weich geworden. Es wackelt und rubbelt, schubbert und obendrauf fällt stets immer wieder alles zusammen oder runter, weil unten der Boden schwimmt. So beschreibe ich das mal. Selbst wenn das Fundament oben und im Aussen den Menschen noch zu tragen vermag, wirkt dieser auf einem:
  • fahrig
  • nervös
  • umtriebig
  • sprunghaft
  • provozierend bei gleichzeitigem Rückzug
  • im Ja-aber-Modus
  • im Ich-weiss-ich-weiss-aber-es-ändert-sich-nichts-Modus
  • etc. 
Der Grund hierfür ist aber nicht, dass man einen schlechten Tag hat. Der Grund liegt eher darin, dass von den aufgezählten Eigenschaften 4-6 gleichzeitig auftreten, weil diese meist gedanklich hinterlegten Reaktionen alles, aber auch wirklich alles hinterfragen und anzweifeln. Und so zweifelt ein solcher Mensch sich selber an, bis das Fundament weich wird und die Bestätigung einer Form von 'Defekt' sich ganz besonders darin bestätigt, dass nun noch das Fundament anfängt zu wackeln. 

Ich verurteile das nicht und bewerte es auch nicht. Aber ich schreibe den Beitrag, weil das von der Idee 'Coaching als Chance' nicht getragen werden kann. Nochmals: es geht nicht. 

Wenn also das seelische Fundament, das Selbst- oder Urvertrauen eines Menschen durch diesen selbst nicht stabil gehalten werden kann, ist ein Coaching - egal in welchem Themenbereich / Situation / Kontext - zwar realisier- und bezahlbar, aber es wird nicht wirken. Man kann mit dem Geld auch was Essen gehen. Denn nicht zu selten, werden a) die Inputs und b) besonders gerne die Selbsterkenntnisse - also die eigenen Gedanken - erneut in Zweifel gestellt, hinterfragt, für nicht haltbar erklärt und so dreht sich die Pudding-Wubbel-Spirale weiter. Der Absturz und Frust ist vorprogrammiert.


Wo ist eine Umkehr? Was kann man als Betroffener tun?

Der Gedanke ist, den Wunsch in sich zu finden, nicht mehr sein eigenes Thema sein zu mögen. Jedenfalls nicht mehr das bisher 'alte' Thema. Man müsste in sich wollen, von der Baustelle abzulassen, sie nicht mehr zu thematisieren und auch aus ihr keine weiteren Schlüsse mehr zu ziehen. Man müsste sich wünschen, endlich in sich Ruhe zu haben, was mit einer unangenehmen Stille und irgendwie "Lahmheit" vonstatten geht. Alles wird normal. Damit wird es auch irgendwie unscheinbar, unaufgeregt und langweilig. Endlich wäre man die Graue Maus, die ohne Probleme nicht auffällt. Fertig Nervenbündel. Brackmanns Titel lautet: GANZ NORMAL HOCHBEGABT ... das ist wörtlich zu nehmen. 

Wenn also jemand für ein Coach eine Krankengeschichte "hätte", müsste dieser Mensch Kontakt aufnehmen und nur sagen: "Ich will wieder arbeiten und eine Beziehung leben können." Basta. Die Vorgeschichte dürfte nicht wirklich in seine neue Zukunft mit rein - die müsste, wie ein Hund, draussen bleiben - und das muss der Coachee in sich klar so halten wollen. Weil er sich sagt: Basta. Ich bin stabil, ich frage mich nicht zugrunde, ich bewahre in mir Werte und Qualitäten und ich bin nicht labil sondern stabil. Auf dieser Basis will ich mit einem Coaching die Eigenschaften und Einflüsse meiner Hochbegabung kennen lernen und mich noch besser aufstellen und selbst bestimmen können. Ich nehme mir meine Zeit, ich bezahle den Aufwand selber und ich baue jetzt auf. Ohne die alten Geschichten. 

Ich brauche nicht von Dingen zu schreiben, die betroffene Menschen dennoch gefangen halten. Und das will ich ja auch gar nicht. Als Fachmann bin und will ich aber davon schreiben, was in der Anlage, im Setting des Coaching bzw. des Coach-Klienten-Verhältnisses und last but not least dem Coaching-Vertrag nicht geht. Fehlt das stabile innere Fundament des Klienten, fängt das Fundament des Coachings an zu Pudding zu werden ... und das alleine schon gefährdet auch mich. Nein, es tut mir leid, aber ich bin in mir klar und stabil und ich will das demnach nicht. Für Sie nicht. Für mich nicht. 

Was Sie mich als Coach zumindest fragen können: 

a) Bringe ich die Voraussetzungen für ein Coaching mit? 

b) Und wenn nein oder vielleicht nicht, wer oder was kann mir dann eine Begleitung sein?

Solche Fragen und Bescheide gehören ins kostenfreie Vorgespräch. Daher: Weiterhin gerne den Kontakt aufnehmen und nach Klärung suchen. Aber sobald etwas in Ihnen mich als "Retter oder letzte Rettung" sieht, läuft in Ihnen ein Fehler ab - sie verklären sich dann. Nur wenn Sie sich da aussen vor behalten können, sich also nichts vormachen, sondern auf die Veränderungsfähigkeit Ihrer Selbst vertrauen können, dann können Sie auch Coachee werden. Achten Sie sich auf Ihren Modus ... 

Seien Sie herzlich willkommen

Jona Jakob
Zürich Bern Frankfurt



12.08.2016

Wo sind die neuen Arbeits- und Gründermärkte für Schnelldenker, Intellellis, Quereinsteiger, Visionäre, Begabte, etc.?

Es ist mir nochmals ein Anliegen, darauf hinzuweisen, dass die neuen Welten und Galaxien auf dieser Erde bestehen, aber nicht im 08/15 des Alltags. Sucht, sucht, sucht. Ihr findet sie z.B.

  • bei Startup-Unternehmungen 
  • an Universitäten und in Laboren
  • bei den Kreateuren der Fintech-Branche (neue Finanztechnologien)
  • bei Biotech-Unternehmungen
  • in der Solarenergiebranche
  • im Umweltschutz und in der Klimatechnik
  • bei neuen Dienstleistungen (Uber, Facebook, AirBnB, Alibaba, etc.
  • tbc.
Warum?

Schaut euch (nochmals) die Dokumentation von Claus Kleber und Angela Andersen

Schöne neue Welt - ZDF Mediathek



Worum es da geht? Wozu die 60 Min Zeit aufwenden? Um diese konkrete Situation zu verstehen, die weniger zum Lachen ist, als dass sie dich, mich und uns gerade jetzt schon untergräbt, durchdringt und uns die Zukunft gestaltet. Zukunft ist kein Traum mehr, Zukunft, dass sind die aktuellen Wirtschaftsplantagen ... nicht der alte Schrott, der gerade um dich herum die Tore für den Tag öffnet. Öffnungszeiten ... obsolet. Zum Beispiel. 

Quelle: http://www.imgur.com/hTNHJ4K

They call it the starship ENTERPRISE for a reason.



05.08.2016

Auch mitten in erfolgreichen Berufsjahren zeigen sich die Symptome durch Hochbegabung

'The Independent' online bringt einen Beitrag, wie es Hochbegabten in der Welt des Managements, der Leitung und im Arbeitsumfeld geht. Er beschreibt hierzu in dem lesenswerten Artikel 6 Merkmale:

Link zum INDEPENDENT: http://www.independent.co.uk/life-style/6-surprising-downsides-of-being-extremely-intelligent-a7155196.html 

  1. You often think instead of feel
  2. People frequently expect you to be a top performer
  3. You might not learn the value of hard work
  4. People may get annoyed that you keep correcting them in casual conversation
  5. You tend to overthink things
  6. You understand how much you don't know

Es lohnt sich sehr, den ganzen Artikel zu lesen.

Beste Grüsse

Jona Jakob

31.07.2016

Warum eigene Bedürftigkeit einem gesellschaftlich und beruflich "unbrauchbar" macht und einen gefangen hält

Dieser Beitrag handelt von einem Thema, in welches jeder Mensch reinrutschen kann. Weil dabei die Wahrnehmung von jemandem langsam aber sicher verloren geht und sein 'Für'Wahr'Nehmen' ein unbewusstes Zerrbild darstellt, lohnt sich kein Tag in diesem Zustand höherer Not. 

Ich appelliere selten, ich nutze selten meine Fachkenntnis als Coach, um offensiv auf einen Missstand im Miteinander hinzuweisen. Doch zu diesem Thema will ich mich deutlich machen, da es zu oft vorkommt, zu oft erscheint und zu kläglich verbleibt, wenn niemand da ist, der einem die Augen auswischt, auch wenn das im ersten Moment schmerzlich sein kann. Das verantworte ich. 



Einleitung - allgemeines Wissen:


Mangel: 

Wenn der Mensch einen Mangel verspürt, weckt das in ihm - ob er will oder nicht - bewusste aber auch viele unbewusste Bedürfnisse. Ein bewusstes Bedürfnis ist z.B., wenn ich nun das Bedürfnis verspüre, diesen Beitrag zu schreiben. 

Motivation:

Ein Bedürfnis besteht aus einem Mangel = Motiv und dem Antrieb, diesen Mangel zu befriedigen 'Lokomotion'. Beides zusammen gibt die Motivation. Wir haben mehr unbewusste Motivationen, die uns antreiben, als bewusste, als für uns erkennbare Motivationen, warum wir etwas tun und wie wir etwas tun. Das macht uns für uns selber teilweise 'blind', wird aber um so eher von anderen wahrgenommen. 





Bedürfnisse:

Maslow zeichnete uns seine Bedürfnispyramide

            5. Selbstverwirklichung
         4. Statusbedürfnisse

      ----------------------------------------------------------------------
      
3. Anerkennungsbedürfnisse / Akzeptanz / Angenommenheit / Liebe
   2. Sicherheitsbedürfnisse
1. Grundbedürfnisse


Die Bedürfnisse 1. - 3. sind 'existenziell'. Sie sind so wichtig, dass der Mensch im jedem Alter zu Grunde / zu Tode geht, wenn sie nicht erfüllt werden. Daher ist die Isolationshaft mit dem 3. Bedürfnis nach Annahme, Anerkennung und Kontakt eine Folter, auch für Erwachsene. Kleinkinder, so wurde bewiesen, sterben, wenn sie keine Nähe, keine Liebe und soziale Wärme erhalten, so wichtig ist dieses 3. Bedürfnis. 



Bedürftigkeit - Wie sieht meine Not aus?


Was ist für mich 'Bedürftigkeit'?:

Bedürftigkeit entsteht für mich als ein Notzustand, wenn ein Bedürfnis nicht in einer Art 'Normalmass / Normalhäuffigkeit' erfüllt wird. Wenn also ein Mangel über jedes normale Mass hinaus anwächst. Das lässt sich an einem Bankkonto erklären: 
  • Plusbestand auf dem Konto und alles ist gut. Ganz wichtiges Erkennungsmerkmal am sozusagen 'positiven Kontostand': Solche Menschen können
    a) einen eigenen Willen definieren 

    b) sind coachbar, da die Selbstbestimmungskompetenz intakt ist. Solche Menschen haben Anteile, die sie gesellschaftlich geben können: zuhören, Empathie, Bereitschaft, Verantwortung 

    c) sind in der Lage, solches fürs Miteinander anzubieten.
  • Ein Konto kann auch um ca. 20% mal im Minus sein, für ein paar Tage; nicht so gut, aber geht vorbei. Man kennt seine Krise, schützt sich und hat in sich aber die Idee, sofort wieder da rauszukommen, da man im Miteinander für andere einen Anteil Geben miteinfliessen lassen möchte. 
  • Und dann kann ein Konto bodenlos ins Minus fallen, seit Jahren, ohne noch erkennbaren Wert, wie ein Fass ohne Boden, man merkt es schon nicht mehr. In der Psychologie nennt mann einen solchen Zustand "Ver'wahr'losung" eines seelischen Zustandes. 

Normalverlauf:

So wäre es normal, wenn ein Mensch seine soziale Akzeptanz in der Familie, bei Freunden und Kollegen erfährt, mal normal, mal gelobt und geliebt, angenommen, aufgehoben. Vielleicht fällt man mal in etwas Ungnade, weil man für die anderen nicht recht war, man erhält Schimpfis, wird fortgeschickt, die Liebe ist etwas entzogen. Doch wenn alles normal bleibt, ist man doch das Kind seiner Eltern, man bleibt unter seinen Mitmenschen 'ok' und man findet per Friede, Verzeihen, Sühne, Strafe, etc. wieder zurück. Die Annahme, die Anerkennung folgt wieder, die Selbstsicherheit ist gegeben. Hoch und Tief liegen beieinander. Wir wachsen daran. 

Abweichung vom Normalverlauf: 

Es gibt unzählige Gründe, warum ein Mensch aus diesem Normalverlauf hinausfallen kann:
  • gebürtige
  • anerzogene
  • nie emanzipierte
  • persönliche
  • eigen'artige
  • fremde
  • unverstandene
  • unerkannte
  • unangenommene
  • verlorene
  • schicksalhafte
  • gesundheitsbedingte
  • gesellschaftliche
  • etc. etc. etc. (es gäbe noch viele mehr, sehr viele mehr)

Man hat wegen einem oder mehrerer solcher Gründe nicht nur ein kleines Liebe-Minus auf dem Konto des Lebens, sondern das Minus wächst und wächst und wächst: 
  • man wird nicht verstanden
  • man wird nicht angenommen
  • man wird abgelehnt, weggestossen, gemobbt
  • man fühlt sich nicht (mehr) angenommen
  • man fühlt sich abgelehnt, aussen vor behalten
  • man fühlt sich nicht geliebt, nicht akzeptiert, nicht wertvoll, nicht schön, nicht ok
  • man verliert sein Selbst'Wert'Gefühl
  • man verliert seine Selbst'Sicherheit

Nicht selten ist man unter all den anderen Menschen eine Art von 'allein', man ist in dieser Position 'einsam', 'verloren', 'lost'. Man fühlt sich dabei auch kraftlos, wertlos, einflusslos, ohnmächtig, unsicher, desorientiert, etc. 


Gelingen oder Missraten des Miteinanders.
Not-Zustand:

Dieser Notstand eines Mangels an fehlender Sozialer Anerkennung ist desaströs, um es beim Namen zu nennen. Er verunmöglicht die eigene Identität und lässt einem das eigene normale Dasein verlieren, ob man will oder nicht. Meist geschieht das mehr unbewusst als bewusst. Und wenn es einem doch teilweise dämmert, weiss man oft nicht, woran es liegt und was man dagegen tun könnte. Die Lösungen scheinen einem unmenschlich. Das Problem scheint einem auch unmenschlich. Die Spirale dreht sich ins Bodenlose. 

Unterbewusste 'Strategien' des Not-Zustandes:

Der Mensch will überleben. Bevor wir fühlen und denken können, so dass es uns bewusst würde, fängt jeder Mensch früher an, zu überleben - da läuft ein anderes Programm an. Unser Wesen beginnt, Strategien zu entwickeln -  Überlebensstrategien. Und wenn unsere Not ein Mangel ist (siehe oben), wird die Strategie lauten: Sauge ab, wo du kannst, in der Gassensprache: YOU SUCKS!. Ob kleinkindlicher Klammergriff oder hungrige Saugeschnute, wir fangen an, in allem und jedem an- und abzusaugen, was uns der Alltag an Gelegenheiten gewährt:
  • man sucht andere Menschen, die sich aussaugen lassen (Wärme, Essen, Wohnen, Liebe, Geld, Gehör, Gruppengefühl der Dazugehörigkeit, etc)
  • man sucht in allem und jedem Anerkennung
  • man bettelt nach Komplimenten, Kontakt, Empathie, Zuspruch, Gesehenwerden
  • man ist 'fishing for compliments'
  • man bietet nicht an, man biedert sich an, hoffend, gelobt zu werden
  • man wird überaufmerksam, hoffend, man würde geliebt, anerkannt, aufgerufen, etc. 
  • man macht sich mit Nichtigkeiten zum Affen, um Aufmerksamkeit zu erhalten
  • man offeriert Angebote, die man nicht halten kann, hoffend, jemand nehme an und wir seien feine Menschen
  • man bettelt um Kontakt
  • man ist auf allen Kanälen omnipräsent, steht wie ein Hündchen zu jeder Tageszeit und wedelt affig
  • man erklärt sich fortzu, rechtfertigt sich, redet sich die Situation 'erklärbar', man redet sich raus
  • man formuliert und erläutert etwas unzählige Male, als wäre das eine liebliche Handreiche
  • man weiss dabei kaum, wo einem der Kopf steht, man verliert sein Selbst'Bewusst'Sein
  • man erzeugt Aufmerksamkeit
  • man glaubt, wegen Liebe dies und das und noch etwas anderes zu müssen
  • man bricht ein, wenn einem die Liebe abhanden kommt (die nie eine Liebe sondern ein Überleben war)
  • man meidet Menschen, welche die Not nicht mit einem teilen (die können  mich halt nicht verstehen!)
  • man sucht Menschen, die einem in dieser Not halbwegs akzeptieren oder sogar bestätigen
  • man bettelt bei Arbeitgebern, man kann schwer verhandeln, verlieret Einkommen und Rechte, etc.
  • man verzerrt so Projekte, Vorhaben, Ziele, Schritte, Entwicklungen, Beziehungen, Verträge, etc.  
... diese Aufzählung könnte noch lange weitergeführt werden, 

    Bedürftige interagieren so, dass nicht unser Miteinander gedeiht, sondern die eigene Notlage genährt wird.
      Man ist in einer solchen Not schlicht un'möglich (nicht aushaltbar / nicht anstellbar / nicht brauchbar / nicht engagierbar / etc). Man wird zum Opfer, Loser und Bettler. Man hat nicht bei der kleinsten angebotenen Tasse Tee für einen Moment eine eigene trockene Insel unter den Füssen, nein man steht bis über den Scheitel im eigenen Seelenschmerz und atmet diesen, labt sich daran, an diesem Schmerz, man verdaut ihn und finden es normal, dass es nicht anders als so (elend) ist. 

      Was kann ich tun?


      Lösungswege:

      Ist es richtig, so zu leben? Muss ich das? Will ich das? Bin ich zumutbar, wenn ich das 'so' belasse? Hat es etwas mit meiner Selbstverantwortung zu tun, mich um diese Not zu kümmern? Diese Fragen gelten nicht grundsätzlich - sie gelten aber im Kontext der Idee, mit anderen Menschen in einem stimmigen Miteinander bestehen zu können.

      Ich will so viel sagen: Wer sich nicht damit befasst und belässt, was als Not im Argen liegt, der darf sich nicht verwundern, wenn die Menschen von ihm abrücken und nichts mehr mit ihm zu tun haben wollen. Es mag verständnisvolle und auch mehr ablehnende Formen geben, wie einen andere Menschen ablehnen und auf Distanz halten, doch letztendlich ist es an mir, mich meiner Situation zu stellen. 


      Was man davon hat? Bitte notieren Sie sich von jedem Punkt oben, der negativ ist, die positive Erscheinung und sie haben einen Teil davon, was wieder alles gut und normal sein wird, geliebt, angenommen und lebbar. Aber wenn Sie weiter Opfer Ihrer Bedürftigkeit sind, so dass nicht Sie Ihr Leben bestimmen, sondern es Ihre unterschwelligen Überlebensstrategien  für Sie tun, bleiben Sie ein nicht länger aushaltbarer Partner, der gar kein Partner ist, weil alles, restlos alles, was von Ihnen kommt, nicht nach Partnerschaft, Freundschaft oder korrektem Miteinander strebt, sondern nach Überlebensenergien, die einseitig durch Sie von anderen abgesaugt werden. Und wenn ich, JJ, das noch so krass beschreibe - Sie haben das nicht im Griff. 

      Für mich als Fachperson bleiben Sie auch in diesem Zustand 'ok'. Es ist ok in Not zu sein. Aber jeder ist ebenso ok, wenn wer deutlich signalisiert, dass es Zeit ist, diese Not mit jemandem zu klären. Denn wer Ihnen dies deutlich signalisiert, der will sich nicht von Ihnen abwenden, der wünscht sich vielmehr, mit Ihnen in einem stimmigen und gegen'seitigen Verhältnis stehen zu können, in einem echten Kontakt zueinander. 


      Herzlich willkommen. 


      Jona Jakob

      Zürich Bern Frankfurt

      http://www.consensus-coaching.com

      Nachtrag: 
      Ich habe diesen Blogbeitrag von Jan. 2014 aufdatiert und neu gepostet. Das Problem oder das Thema zeigt sich immer wieder. Parallel einher geht meine Entwicklung als Coach, bedürftigen Personen weder Zeit, Raum oder ein Coaching anzubieten, da es
      • nichts bewirken wird 
      • es nicht als Selbstarbeit sondern als angesaugte Rettungshoffnung verstanden wird 
      • die Menschen nicht wirklich bei sich sind, auch nicht nach viel Aufmerksamkeit
      Dieser Umstand zwingt mich als Coach die Profession zu klären, dass ein Angebot unseriös wäre und angenommenes Honorar versteckter Betrug wäre. Ich will das nicht und tue es nicht. Was ich tun mag ist, dass ich versuche zu erklären, dass hochbedürftige Menschen sich erst heilen lassen sollen, durch welche Praktiken auch immer. Das ist und bleibt ok. Auch dort muss aber bewusst werden, dass man von sich selber eines Tages ablassen wollen muss - sozusagen gefragt: "Ab wann bin ich selber nicht mehr mein Thema?" Ab da kann Fortschritt und Loskommen erreicht werden und der Weg zum Prospektiven, allenfalls durch Coaching begleitet, entstehen. Denn COACHBAR ist nur, wer ein unbetroffenes Mass an SELBSTBESTIMMUNGSKOMPETENZ hat. Die muss gegeben sein, sonst sollte man vom Begriff 'Coaching' absehen und es würdig Heilen, Praktizieren, Therapieren nennen.

      18.07.2016

      1. HB-HS Meetup in Zürich, am 28.07.2016


      Für die Region Deutschschweiz gibt es eine Meetupgruppe für Hochbegabte und Hochsensible und die veranstaltet nun ein erstes Treffen am 28. Juli 2016.



      Meetup ist eine lässige Plattform für Gruppierungen und Treffen aller Art. Macht euch im Internet schlau. Wer meint, er könne vielleicht bei Schweizer Treffen dabei sein, meldet sich in der Gruppe gerne an - das kostet nix.

      Ich freue mich, wenn wer noch mitmachen mag.

      http://www.meetup.com/de-DE/Hochbegabte-Hochsensible-Erwachsene/events/232695046/

      Liebe Grüsse

      Jona Jakob

      14.07.2016

      Lernen auf eine Prüfung hin - subjektive Beobachtungen


      Ich muss zur Zeit für eine kleine Prüfung Fakten lernen, die ziemlich vorgegeben sind. Dabei notiere ich die nächste Frage als Titel auf ein Whiteboard und danach fange ich an, meine Antwort zu verfassen bzw. die Antwort, die gemäss Vorlagen erwartet wird. Da gibt es Aufgaben, die Aufzählungen beinhalten, markiert mit Bulletpoints.

      Und nun zur Beobachtung: Noch während ich vor der Tafel stehe und erste Punkte notiere, langweilt mich die Sache so sehr (turnt ab), dass ich nach ca. 4 Angaben prompt prokrastiniere ... ich schweife ab, setze mich hin, schaue auf den Bildschrim, etc ... bloss notiere ich nicht noch weiter 6 Angaben, so dass die Antwort vollständig wäre.

      Zu doof, zu langweilig, zu stupend, zu wenig zusammenhängend, zu statisch, zu faktisch - empfinde ich.

      Dann merke bzw. checke ich, dass ich gerade abschweife, stehe sofort wieder auf und diszipliniere mich regelrecht für die letzten 6 Angaben, auf dass die Liste vollständig ist und die Prüfungsfrage beantwortet.

      In mir sträubt sich alles. Sowas homogenisiert. Der/die Prüfungsexperte / in sind nur so in der Lage, zu evaluieren, ob ich den Anforderungen entspreche. Mein mögliches Wissen wird also in ein Mass und eine Form gezwungen, welches nicht schlau ist, sondern bloss prüfbar.

      Es mag tausend rechtschaffene Gründe für Standardwissen geben, aber mein Wesen langweilen die nicht nur, sie fühlen sich für mich erniedrigend an, weil mich das nicht selber denken lässt.

      Ich will das nicht bewerten, obwohl man ja lesen kann, dass es mir schlecht geht damit. Aber ich möchte es gerne beobachtet und beschrieben haben.

      Beste Grüsse
      Jona Jakob

      29.06.2016

      Coaching bei Prägungen durch Hochbegabung / Hochsensibilität?

      Guten Tag

      Seit nun acht Jahren coache ich Menschen, die durch eine Hochbegabung oder Hochsensibilität (weiter: HB / HS), auch in Kombination, geprägt sind. Aber sind das wirklich 'Coachings'?

      Coaching im klassischen Sinn ist Hilfe zur Selbsthilfe, meist ein stark reflexiver Prozess, wo die Klienten über sich selber nachdenken und zu eigenen Antworten finden. Doch wenn mich Personen kontaktieren, besteht in ganz vielen Fällen folgende Situation

      a) "Nun weiss ich gar nicht ...." oder

      b) "Ich bräuchte Information und ich möchte verstehen ..."

      Dies schafft viel mehr die Situation einer Information / liefern von Input / teilw. Beratung. Denn ohne klärenden Input, der vorausgehen muss, kann jemand nicht wirklich über sich und seine Situation stimmig nachdenken. Es fehlen zu viele Informationen, Aspekte, Grundlagen der humanistischen Psychologie etc. etc.

      Welcher Racer hängt systemisch womit verbunden in was für Systemen?
      Daher lege ich für meine Coachings offen, dass sich die meisten Aufträge von HB-HS-Personen etwa wie folgt ablaufen (Phasen):

      1. Phase: Kontaktaufnahme durch Person

      2. Phase: Kostenfreies Vorgespräch am Telefon, ca. 30 - 40 min
      -
      3. Phase: Erster Termin, Klienten erzählen

      3.1 Klienten legen dar, was sie erleben und wie es ihnen damit geht

      3.2 Zum Schluss kommen die Klienten an einen Punkt, wo sie gerne weiter wüssten

      3.3 --> Von hier an ist das Bedürfnis da, Input zu erfahren (ist aber nun kein "Coaching" mehr, sondern eher ein Informations- und Beratungsgespräch. Ich als "Fachperson" rede und erläutere.)

      Was in diesem Moment immer möglich ist: Auf die Klienten einzugehen, wenn einzelne Aspekte Resonanz erzeugen, sie also sagen: "Genau, das erlebe ich so .."

      4. Erst nach diesen Erläuterungen, und die sind nicht "knapp", ist es den Klienten möglich, ihre Situation in einem neuen Licht und mit neuen Perspektiven zu verstehen. Nun liegen neue Sichtweisen und Schlüssel zu zuvor geschlossenen Türen da und es wird möglich, sich selber zu entscheiden, was davon für einem wichtig ist und welche der neuen Möglichkeiten man gerne anpacken und umsetzen mag. Das ist dann wie eine Eröffnung eines Buffets. Bis hier entsteht eine gesteigerte Selbsterkenntnis und damit wesentliche Selbstkompetenz.

      5. An dieser Stelle sind wir auch meist erst beim grundsätzlichen Verstehen, einer Art Ausgangslage. Was dann folgen kann wenn gewünscht, sind alle Betrachtungen aufs Leben: Familie / Partnerschaft / Kontakte / Selbstmanagement / Arbeit , Kollegen, Stelle / Bewerbungen / eigene Positionierungen / Fimmel und Ticks / Was man tun sollte und was lassen. Hier geht es um die Zusammenhänge zwischen / Individ. Probleme, Knoten, Konflikte, Optimierungen, etc. etc. - In dieser Phase werden aus den Erkenntnissen und Kompetenzen aus (4.), also den Selbstkompetenzen, Sozialkompetenzen. Es zeigt sich, WIE man den Umgang mit den anderen sehen, verstehen und handhaben kann. Das ist der Moment, wo die 'PS' auf die Strasse kommen.

      Da ist das eigene Wesen, das Wesen des Bootes und dann zählt noch Wasser und Wetter ... es ist komplex. 


      Ein 'Coaching' für Menschen mit HB-HS-Prägung  ist also in den ersten Phasen ein recht hoher Lernprozess, da die Klienten Input erhalten. Der Input stammt zu grossen Teil aus der humanistischen Psychologie, das ist kein Budenzauber, die Zusammenhänge sind in bekannten Fachtheorien niedergelegt. Selbstverständlich gibt es den Anteil "nice-to-have" dazu ... Erfahrungen, Entwicklungen und Beobachtungen aus dem Erfahrungsschatz.

      Last but not least bleibt es aber ein Coaching - oder anders gesagt: zum Schluss hin wird es wieder ein Coachingprozess, dann nämlich, wenn die Klienten mit den neuen Inputs ihre eigenen Schlüsse und Gedanken anfangen zu entwickeln, fortzusetzen, neu zu gestalten und zu erfahren. Dann ist es wieder ein Coachingprozess der eher reinen Natur. Und selbstverständlich: alle Inputs sind keine "Glaubenslehren", sondern werden durch ordentliche Coaches so eingebracht und moderat angeboten, dass sie bestenfalls wie eine 'Fruchtschale / Buffet' zwischen Coach und Klient auf dem Tisch stehen, auf dass man sich als Klientin oder Klient in eigener Verantwortung und Motivation davon bedienen kann.

      Wichtig, wie ich meine, ist also eine Art Grundwerkzeug des Verstehens. Ist das vorhanden, kann leicht und höchst praktisch, d.h. verwendbar damit aufgebaut und fortgesetzt werden, ... ich meine das eigene Leben, nicht das Coaching, wenn es nicht weitere Themen gibt.

      Ein Gedanke sei noch angefügt: Selbst wenn es ein Leben lang bei einem bleibt - gut verinnerlicht kann man das Thema sozusagen irgendwann für sich verlassen. Eine grosse Gelassenheit ...

      Ich hoffe, damit Klärung anbieten zu können.

      Herzlich und Ihnen viel Erfolg

      Jona Jakob
      www.begabt-sensibel.de
      www.begabt-sensibel.ch

      Coaching bei Prägungen durch Hochbegabung / Hochsensibilität?

      Guten Tag

      Seit nun acht Jahren coache ich Menschen, die durch eine Hochbegabung oder Hochsensibilität (weiter: HB / HS), auch in Kombination, geprägt sind. Aber sind das wirklich 'Coachings'?

      Coaching im klassischen Sinn ist Hilfe zur Selbsthilfe, meist ein stark reflexiver Prozess, wo die Klienten über sich selber nachdenken und zu eigenen Antworten finden. Doch wenn mich Personen kontaktieren, besteht in ganz vielen Fällen folgende Situation

      a) "Nun weiss ich gar nicht ...." oder

      b) "Ich bräuchte Information und ich möchte verstehen ..."

      Dies schafft viel mehr die Situation einer Information / liefern von Input / teilw. Beratung. Denn ohne klärenden Input, der vorausgehen muss, kann jemand nicht wirklich über sich und seine Situation stimmig nachdenken. Es fehlen zu viele Informationen, Aspekte, Grundlagen der humanistischen Psychologie etc. etc.

      Welcher Racer hängt systemisch womit verbunden in was für Systemen?

      Daher lege ich für meine Coachings offen, dass sich die meisten Aufträge von HB-HS-Personen etwa wie folgt ablaufen (Phasen):

      1. Phase: Kontaktaufnahme durch Person

      2. Phase: Kostenfreies Vorgespräch am Telefon, ca. 30 - 40 min
      -
      3. Phase: Erster Termin, Klienten erzählen

      3.1 Klienten legen dar, was sie erleben und wie es ihnen damit geht

      3.2 Zum Schluss kommen die Klienten an einen Punkt, wo sie gerne weiter wüssten

      3.3 --> Von hier an ist das Bedürfnis da, Input zu erfahren (ist aber nun kein "Coaching" mehr, sondern eher ein Informations- und Beratungsgespräch. Ich als "Fachperson" rede und erläutere.)

      Was in diesem Moment immer möglich ist: Auf die Klienten einzugehen, wenn einzelne Aspekte Resonanz erzeugen, sie also sagen: "Genau, das erlebe ich so .."

      4. Erst nach diesen Erläuterungen, und die sind nicht "knapp", ist es den Klienten möglich, ihre Situation in einem neuen Licht und mit neuen Perspektiven zu verstehen. Nun liegen neue Sichtweisen und Schlüssel zu zuvor geschlossenen Türen da und es wird möglich, sich selber zu entscheiden, was davon für einem wichtig ist und welche der neuen Möglichkeiten man gerne anpacken und umsetzen mag. Das ist dann wie eine Eröffnung eines Buffets. Bis hier entsteht eine gesteigerte Selbsterkenntnis und damit wesentliche Selbstkompetenz.

      5. An dieser Stelle sind wir auch meist erst beim grundsätzlichen Verstehen, einer Art Ausgangslage. Was dann folgen kann wenn gewünscht, sind alle Betrachtungen aufs Leben: Familie / Partnerschaft / Kontakte / Selbstmanagement / Arbeit , Kollegen, Stelle / Bewerbungen / eigene Positionierungen / Fimmel und Ticks / Was man tun sollte und was lassen. Hier geht es um die Zusammenhänge zwischen / Individ. Probleme, Knoten, Konflikte, Optimierungen, etc. etc. - In dieser Phase werden aus den Erkenntnissen und Kompetenzen aus (4.), also den Selbstkompetenzen, Sozialkompetenzen. Es zeigt sich, WIE man den Umgang mit den anderen sehen, verstehen und handhaben kann. Das ist der Moment, wo die 'PS' auf die Strasse kommen.

      Da ist das eigene Wesen, das Wesen des Bootes und dann zählt noch Wasser und Wetter ... es ist komplex. 


      Ein 'Coaching' für Menschen mit HB-HS-Prägung  ist also in den ersten Phasen ein recht hoher Lernprozess, da die Klienten Input erhalten. Der Input stammt zu grossen Teil aus der humanistischen Psychologie, das ist kein Budenzauber, die Zusammenhänge sind in bekannten Fachtheorien niedergelegt. Selbstverständlich gibt es den Anteil "nice-to-have" dazu ... Erfahrungen, Entwicklungen und Beobachtungen aus dem Erfahrungsschatz.

      Last but not least bleibt es aber ein Coaching - oder anders gesagt: zum Schluss hin wird es wieder ein Coachingprozess, dann nämlich, wenn die Klienten mit den neuen Inputs ihre eigenen Schlüsse und Gedanken anfangen zu entwickeln, fortzusetzen, neu zu gestalten und zu erfahren. Dann ist es wieder ein Coachingprozess der eher reinen Natur. Und selbstverständlich: alle Inputs sind keine "Glaubenslehren", sondern werden durch ordentliche Coaches so eingebracht und moderat angeboten, dass sie bestenfalls wie eine 'Fruchtschale / Buffet' zwischen Coach und Klient auf dem Tisch stehen, auf dass man sich als Klientin oder Klient in eigener Verantwortung und Motivation davon bedienen kann.

      Wichtig, wie ich meine, ist also eine Art Grundwerkzeug des Verstehens. Ist das vorhanden, kann leicht und höchst praktisch, d.h. verwendbar damit aufgebaut und fortgesetzt werden, ... ich meine das eigene Leben, nicht das Coaching, wenn es nicht weitere Themen gibt.

      Ein Gedanke sei noch angefügt: Selbst wenn es ein Leben lang bei einem bleibt - gut verinnerlicht kann man das Thema sozusagen irgendwann für sich verlassen. Eine grosse Gelassenheit ...

      Ich hoffe, damit Klärung anbieten zu können.

      Herzlich und Ihnen viel Erfolg

      Jona Jakob
      www.begabt-sensibel.de
      www.begabt-sensibel.ch

      Coaching bei Prägungen durch Hochbegabung / Hochsensibilität?

      Guten Tag

      Seit nun acht Jahren coache ich Menschen, die durch eine Hochbegabung oder Hochsensibilität (weiter: HB / HS), auch in Kombination, geprägt sind. Aber sind das wirklich 'Coachings'?

      Coaching im klassischen Sinn ist Hilfe zur Selbsthilfe, meist ein stark reflexiver Prozess, wo die Klienten über sich selber nachdenken und zu eigenen Antworten finden. Doch wenn mich Personen kontaktieren, besteht in ganz vielen Fällen folgende Situation

      a) "Nun weiss ich gar nicht ...." oder

      b) "Ich bräuchte Information und ich möchte verstehen ..."

      Dies schafft viel mehr die Situation einer Information / liefern von Input / teilw. Beratung. Denn ohne klärenden Input, der vorausgehen muss, kann jemand nicht wirklich über sich und seine Situation stimmig nachdenken. Es fehlen zu viele Informationen, Aspekte, Grundlagen der humanistischen Psychologie etc. etc.

      Welcher Racer hängt systemisch womit verbunden in was für Systemen?

      Daher lege ich für meine Coachings offen, dass sich die meisten Aufträge von HB-HS-Personen etwa wie folgt ablaufen (Phasen):

      1. Phase: Kontaktaufnahme durch Person

      2. Phase: Kostenfreies Vorgespräch am Telefon, ca. 30 - 40 min
      -
      3. Phase: Erster Termin, Klienten erzählen

      3.1 Klienten legen dar, was sie erleben und wie es ihnen damit geht

      3.2 Zum Schluss kommen die Klienten an einen Punkt, wo sie gerne weiter wüssten

      3.3 --> Von hier an ist das Bedürfnis da, Input zu erfahren (ist aber nun kein "Coaching" mehr, sondern eher ein Informations- und Beratungsgespräch. Ich als "Fachperson" rede und erläutere.)

      Was in diesem Moment immer möglich ist: Auf die Klienten einzugehen, wenn einzelne Aspekte Resonanz erzeugen, sie also sagen: "Genau, das erlebe ich so .."

      4. Erst nach diesen Erläuterungen, und die sind nicht "knapp", ist es den Klienten möglich, ihre Situation in einem neuen Licht und mit neuen Perspektiven zu verstehen. Nun liegen neue Sichtweisen und Schlüssel zu zuvor geschlossenen Türen da und es wird möglich, sich selber zu entscheiden, was davon für einem wichtig ist und welche der neuen Möglichkeiten man gerne anpacken und umsetzen mag. Das ist dann wie eine Eröffnung eines Buffets. Bis hier entsteht eine gesteigerte Selbsterkenntnis und damit wesentliche Selbstkompetenz.

      5. An dieser Stelle sind wir auch meist erst beim grundsätzlichen Verstehen, einer Art Ausgangslage. Was dann folgen kann wenn gewünscht, sind alle Betrachtungen aufs Leben: Familie / Partnerschaft / Kontakte / Selbstmanagement / Arbeit , Kollegen, Stelle / Bewerbungen / eigene Positionierungen / Fimmel und Ticks / Was man tun sollte und was lassen. Hier geht es um die Zusammenhänge zwischen / Individ. Probleme, Knoten, Konflikte, Optimierungen, etc. etc. - In dieser Phase werden aus den Erkenntnissen und Kompetenzen aus (4.), also den Selbstkompetenzen, Sozialkompetenzen. Es zeigt sich, WIE man den Umgang mit den anderen sehen, verstehen und handhaben kann. Das ist der Moment, wo die 'PS' auf die Strasse kommen.

      Das eigene Wesen, das Wesen des Bootes, Wasser und Wetter ... das ist alles komplex.

      Ein 'Coaching' für Menschen mit HB-HS-Prägung  ist also in den ersten Phasen ein recht hoher Lernprozess, da die Klienten Input erhalten. Der Input stammt zu grossen Teil aus der humanistischen Psychologie, das ist kein Budenzauber, die Zusammenhänge sind in bekannten Fachtheorien niedergelegt. Selbstverständlich gibt es den Anteil "nice-to-have" dazu ... Erfahrungen, Entwicklungen und Beobachtungen aus dem Erfahrungsschatz.

      Last but not least bleibt es aber ein Coaching - oder anders gesagt: zum Schluss hin wird es wieder ein Coachingprozess, dann nämlich, wenn die Klienten mit den neuen Inputs ihre eigenen Schlüsse und Gedanken anfangen zu entwickeln, fortzusetzen, neu zu gestalten und zu erfahren. Dann ist es wieder ein Coachingprozess der eher reinen Natur. Und selbstverständlich: alle Inputs sind keine "Glaubenslehren", sondern werden durch ordentliche Coaches so eingebracht und moderat angeboten, dass sie bestenfalls wie eine 'Fruchtschale / Buffet' zwischen Coach und Klient auf dem Tisch stehen, auf dass man sich als Klientin oder Klient in eigener Verantwortung und Motivation davon bedienen kann.

      Wichtig, wie ich meine, ist also eine Art Grundwerkzeug des Verstehens. Ist das vorhanden, kann leicht und höchst praktisch, d.h. verwendbar damit aufgebaut und fortgesetzt werden, ... ich meine das eigene Leben, nicht das Coaching, wenn es nicht weitere Themen gibt.

      Ein Gedanke sei noch angefügt: Selbst wenn es ein Leben lang bei einem bleibt - gut verinnerlicht kann man das Thema sozusagen irgendwann für sich verlassen. Eine grosse Gelassenheit ...

      Ich hoffe, damit Klärung anbieten zu können.

      Herzlich und Ihnen viel Erfolg

      Jona Jakob
      www.begabt-sensibel.de
      www.begabt-sensibel.ch

      19.06.2016

      Warum sich Normalos und Hochbegabte/-sensible hören aber kaum verstehen


      Hinweis für die Leserschaft:
      Der Beitrag ist bewusst im 'Schwarz-Weiss-Modus' verfasst. Selbstverständlich ist das so nicht haltbar, da gibt es in alle drei Dimensionen hinein eine Unzahl von Grautönen und Graustufen. Der dualisierende Modus hilft einzig, eine erkennbare Differenz zu schaffen, damit es leicht verständlich ist. - Danke für Ihr Vertrauen. JJ


      In 2016 ergaben sich überraschend viele Coachings mit hochbegabten und sensiblen Menschen. Während deren Geschichten und Beschreibungen kam ich auf eine Beobachtung, warum sich Begabte und Normalos so oft nicht verstehen. Sie reden miteinander, stehen sogar im selben Kontext einer Situation und reagieren dann aber auf die Kommunikation oft höchst unterschiedlich, was zu stark auseinandertreibenden Reaktionen, Resultaten und emotionalen Launen führen kann,

      Um die Unterscheidung im Blogbeitrag zu "verdeutlichen" schreibe ich plakativ:

      Nomalos: 

      • reagieren instinktiv
      • suchen Sorgenlosigkeit 
      • bei geringstmöglichem Energieumsatz und 
      • sind daher Problemlosigkeits-orientiert

      Hochbegabte

      • reagieren intuitiv
      • suchen Probleme / Aufgaben / Herausforderungen / Möglichkeiten / Neues / ...
      • bei effizientem, sinnvollen Einsatz aller Möglichkeiten und Ressourcen und
      • sind daher Lösungs-orientiert

      Alle Rechte bei Jona Jakob - 2016, Frankfurt / Grafik von unten nach oben lesen

      Reaktion, Instink und Intuition


      Reflex, Instinkt und Intuition sind drei Ebenen von weitgehend unbewusster Handlung bzw. Entscheidungsfindung.

      Ein Reflex ist wohl die früheste Reaktion auf einen Reiz in der Geschichte des Lebens. Meist dienen Reflexe dem Schutz wichtiger Organe. Ein einfacher Reflex ist der Lidreflex, der einsetzt, sobald irgendwas das Auge berührt.

      Instinkt liegt entwicklungsgeschichtlich schon etwas höher. Möglich ist es, angeborene Instinkte von erlerntem instinktivem Verhalten zu unterscheiden:  Daß ein Neugeborenes sich zu den Zitzen der Mutter bewegt, ist sicherlich instinktiv und angeboren. Daß wir in einer Gefahrensituation im Straßenverkehr die Bremse treten ist wohl auch als instinktiv zu bezeichnen, aber sicher nicht angeboren.

      Intuitiv schließlich ist mE ein Prozess, der unbewusst im Neocortex abläuft zu nennen. Intuition ist, anders als Reflexe und Instinkte, normalerweise relativ langsam und komplex. Unbewusst bildet sich aus Assoziationen ein Gesamtbild, welches uns dann als intuitiver Gedanke bewusst wird. Daher dürfte Intuition mit der Entwicklung des Neocortex bzw. des präfrontalen Cortex gewachsen sein.

      Es gibt in der Welt der Hochbegabung einen Presseartikel aus 2009, in dem der Begabte als "Chancendenker" für Krisen gestärkt wird (Quelle: A. Heintze), da er in Krisen länger als Normalos noch nach Lösungen sucht und Ideen hat. Er ist bestrebter aber ganz besonders von früh auf konditionierter, mit Nichts noch etwas zu machen, während der Normalo mit seinem gewohnten minimalistischen Ansatz von reinem Arterhalt sozusagen bald mal mit dem Rücken an der Wand steht. (Das sind keine Bewertungen, sondern veranschaulichte Bilder, um den Gedanken nachvollziehen zu können).

      Hauptunterschied: Der Begabte will 'was tun - der Normalo nicht.

      Das ist kein Positiv-Negativ!!! Das sind ZWEI eigenständige Strategien, welche beide ihre Stärken und Schwächen haben und als Handlungsweise beide beste Resultate bewerkstelligen können. Das ist zu beachten. Beide Seiten sind auf ihr Verhalten stolz, beide finden sich selber gut. Beide sind gekränkt, wenn man sie darin missachtet. Diese beiden höchst unterschiedlichen Verhaltensweisen sind nicht weniger, als beider Seiten Selbstverständnis. Hier wird Ich-Kompetenz wichtig, um in Sozial-Kompetenz besser zu werden.

      Wichtig: Beide Typen haben seit Kindheit enorm vertiefte und versierte Strategien entwickelt, ihr Art und Weise durchzusetzen. Man darf den Normalo in seiner Weise niemals unterschätzen, bewegt sich sozusagen der Rest der Umwelt in diesem Modus, der z.B. auch für alle volkswirtschaftlichen Systeme : Geburtenrate -> Familien -> Bildungs- und Versicherungsmärkte -> Arbeitsmärkte -> Konsummärkte -> Mobilität -> Geldflüsse -> Berechenbarkeit -> Anreize -> Lenkungs- und Steuerbarkeit -> etc ideale Konditionen herstellt. Dank den Normalos funktioniert unsere Welt. Als Begabter kann man dem Rechnung tragen und damit sehr gut ankommen.

      Alle Rechte bei Jona Jakob - Frankfurt 2012

      Begabungstyp 1 und 2


      Link zum Beitrag:
      http://begabt-sensibel.blogspot.de/2013/01/hochbegabung-typ-1-und-2-von-jona-jakob.html 

      Dort unterscheide ich den Typ 2 als eine Persönlichkeit, die durch Wachheit und zu hohe Aufmerksamkeit eine Art Resilienzstrategie entwickelt, um die Kindheit besser zu überstehen. Diese Menschen werden eine Art gedrillte 'Checker' - überaufmerksam, überbedacht, überprüfend, und denkend, denkend, denkend.



      Der oben stehende Beitrag ist erneut bildlich und "bewertend" beschrieben - das ist aber ausdrücklich nicht meine Absicht, jemanden zu bewerten. Ich schreibe bewusst in Worten des 'Alltags', damit Resonanzen möglich werden. Keiner von beiden Seiten ist schlauer oder cleverer - beide sind in ihrer Weise von Natur her schlau angelegt und clever in ihrer eigenen Art. Beiden ist höchster Respekt und alle Würde ausgesprochen. Beide Seiten haben ihren ganz grossen Nutzen im Bestehen des Menschen. Beide sind liebenswert und angenommen.

      Wenn es darüber auch im Miteinander besser gehen kann, weil erkennbar wird, was möglicherweise beachtet werden kann, dann ist damit ein Dienst getan. Was ich schreibe ist auch keine zwingende Wahrheit oder hat seine Wissenschaftlichkeit - es ist nichts mehr, als meine subjektive Beobachtung, eine die sich mir mehrfach als Konflikt zeigte und als Lösung, wenn wir damit bewusst umgegangen sind.

      Viel Erfolg

      Jona Jakob
      Coach für Hochbegabte Hochsensible Erwachsene Deutschland und Schweiz

      http://www.begabt-sensibel.de
      http://www.begabt-sensibel.ch


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